2 618 Erfahrungsberichte für Medikamente, Supplemente und Kosmetik
10 946 Produkte in 205 Kategorien

Gicht und die Geschichte vom „Zipperlein“. Hier erfahren Sie mehr!

Gicht und die Geschichte vom „Zipperlein“. Hier erfahren Sie mehr!Gicht und die Geschichte vom „Zipperlein“. Hier erfahren Sie mehr!

Die mit gewissen Vorurteilen belegte und als Wohlstandskrankheit bezeichnete Stoffwechselerkrankung Gicht wurde im Mittelalter auch als Zipperlein bezeichnet. Der Ausdruck Zipperlein gilt schon im 15. Jahrhundert als spöttische Bezeichnung für den trippelnden Gang der Erkrankten. Im heutigen Sprachgebrauch dient das Wort Zipperlein für alle möglichen kleineren und größeren Beschwerden.

 

Was ist Gicht?

Gicht, auch als Arthritis urica bezeichnet, ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Harnsäurespiegel gekennzeichnet ist. Diese sogenannte Hyperurikämie bewirkt die Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken, den Schleimbeuteln, an den Sehnen und im Bindegewebe. Daraus resultierende Gelenkentzündungen und Gelenkschädigungen sind die allgemein bekannten Gichtbeschwerden. Ablagerungen von Harnsäure betreffen aber auch das Nierengewebe und können ohne Behandlung zu Nierenversagen führen.

  • Wie gefährlich ist Gicht?

  • Was verursacht eine Gicht?

Der akute Gichtanfall

Im Gegensatz zu den schmerzlos verlaufenden Ablagerungen in der Niere führen die abgelagerten Urat Kristalle (Harnsäurekristalle) in den Gelenken zu akuten und schmerzhaften Gichtattacken. Ein akuter Gichtanfall bewirkt eine mit starken Schmerzen einhergehende Schwellung, Erwärmung und Rötung des betroffenen Gelenks ohne vorhergegangene Verletzung. Allgemeine Entzündungszeichen können festgestellt werden. Obwohl häufig das Großzehengrundgelenk betroffen ist, kann akuter Gichtanfall jedes Gelenk im Körper betreffen.

Die chronische Gicht

Nach mehreren akuten Gichtanfällen geht die Krankheit in ein chronisches Stadium über. Das chronische Stadium ist von ineinander übergehenden Anfällen und dem Ausbleiben schmerzfreier Phasen geprägt. Im chronischen Verlauf nimmt die Anfall Deutlichkeit und Schmerzhaftigkeit ab aber es kommt durch weitere Einlagerung von Urat Kristallen zu fortschreitender Gelenkzerstörung, Deformationen, Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Gelenke, Nierensteine und bei ausbleibender ärztlicher Versorgung zu Nierenversagen.

Ursachen von Gicht

Ursächlich für das Krankheitsbild Gicht ist ein dauerhaft erhöhter Harnsäurespiegel im Blut, die Hyperurikämie. Eine Hyperurikämie entsteht, wenn der Körper mehr Harnsäure bildet als er über die Nieren ausscheiden kann und es dadurch zu einem Harnsäureüberschuss kommt. Harnsäure ist ein Abbauprodukt, das bei der Spaltung von Purinen auftritt. Körpereigene Purine sind Zellabbauprodukte, körperfremde Purine werden über die Nahrung aufgenommen. Die Medizin unterscheidet zwischen primären und sekundären Gichtursachen.

Primäre Gicht

Eine primäre Gicht liegt vor, wenn die Nieren durch eine angeborene Stoffwechselstörung nicht genug Harnsäure ausscheiden.

Sekundäre Gicht

Eine sekundäre Gicht liegt vor, wenn andere Krankheiten oder Lebensumstände für eine erhöhte Harnsäure Produktion oder den gehemmten Abbau von Harnsäure verantwortlich sind. Dazu zählen

Gichtbeeinflussenden Faktoren

Dem Image der Wohlstandskrankheit kann sich Gicht auch heute noch nicht vollständig entziehen, denn Übergewicht, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkohol- und Fleischkonsum begünstigt die Entstehung von Gicht. Treffen ungesunde Lebensweise und angeborene Gichtfaktoren aufeinander, kann ein akuter Gichtanfall ausgelöst werden.

Gichttherapie

Die Gichterkrankung ist nicht heilbar und entstandene körperliche Schäden sind nicht umkehrbar. Deshalb sollte vorbeugend und auch zur Dauerbehandlung auf eine Normalisierung des Harnsäurespiegels durch Anpassung der Ernährungsgewohnheiten an die Diagnose Gicht geachtet werden. Dazu gehören:

  • Purinarme Nahrung
  • Extreme vermeiden (weder zu reichliche Mahlzeiten noch strenges Fasten)
  • Ausreichend Trinken
  • Übergewicht reduzieren
  • Alkoholgenuss aufgeben
  • Körperliche Bewegung

Medikamentös können Präparate zur Unterdrückung, Senkung und Ausscheidung von Harnsäure gegeben werden. Bei akuten Gichtanfällen helfen zusätzlich schmerz- und entzündungshemmende Mittel.

Gicht purin Harnsäurespiegel gelenkentzündung nierenstein

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Wählen Sie eine Bewertung.
Bewertung:

Inhalt des Erfahrungsberichtes korrekt eingeben [min. 60 Zeichen]

Bitte Ihren Name korrekt eintragen!Ihr Name:

Kommentar zur Bewertung
Ihr Name:
Meinemedi.de ist die unabhängige Informations- und Bewertungsdatenbank mit 2 618 Erfahrungsberichten von Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetik 10 946 Produkte in 205 Kategorien.