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Fructoseintoleranz – der gestörte Fructosestoffwechsel

Fructoseintoleranz – der gestörte FructosestoffwechselFructoseintoleranz – der gestörte Fructosestoffwechsel

Die im gängigen Sprachgebrauch als Fructoseintoleranz bezeichnete Fructoseunverträglichkeit gehört mittlerweile zu den am weitesten verbreiteten Nahrungsmittelunverträglichkeiten und sollte aber nicht mit der gefährlicheren, erblichen Fructoseintoleranz verwechselt werden. Die Fructoseunverträglichkeit wird als Intoleranz und Befindlichkeitsstörung zunehmen auftreten, da Fruktose in der industriellen Nahrungsproduktion als Süßungsmittel von Fertigprodukten und Getränken mit steigender Häufigkeit verwendet wird.

 

Wissenswertes

Es wird vermutet, dass am Zuckerstoffwechsel die Transportproteine GLUT und SGLT beteiligt sind, die Zucker unverändert im Darm transportieren und bei der Resorption durch die Darmwand benötigt werden. Fruchtzucker werden durch den sogenannten GLUT-5-Transporter im Dünndarm resorbiert und dem Blutkreislauf zugeführt.

  • Wie behandelt man Fructoseintoleranz?

  • Welche Symptome bei Fructoseintoleranz?

Die Abgrenzung verschiedener Fructose Stoffwechselstörungen

Die im Allgemeinen als Fructoseintoleranz bekannte Nahrungsmittelunverträglichkeit, bezeichnete im medizinischen Sinne drei verschiedene Störungen des

  1. Fructosestoffwechsels:Fructosämie und Fructosurie
  2. hereditäre Fructoseintoleranz
  3. Fructosemalabsorption auch intestinale Fructoseintoleranz oder alimentäre Fructoseunverträglichkeit (allgemein als Fructoseintoleranz bezeichnet)

Fructosämie und Fructosurie
Durch den Ausfall des in der Leber ansässigen Enzyms Fructokinase wird Nahrungs-Fructose vermehrt in Blut und Urin festgestellt. Es besteht kein Behandlungsbedarf.

hereditäre Fructoseintoleranz
Die hereditäre Fructoseintoleranz ist eine erbliche Krankheit und die gefährlichste und reinste Form der Fructoseintoleranzen. Der angeborene Mangel des Enzyms Fruktose-1-Phosphat-Aldolase führt dazu, dass Fructose zwar über den Darm aufgenommen aber in der Leber nicht richtig abgebaut werden kann. Leberschädigungen, Nierenschädigungen und Hypoglykämien sind die Folge.

intestinale Fructoseintoleranz - die erworbene und häufigste Form der Fructoseintoleranzen
Liegt eine intestinale Fructoseintoleranz oder Fruktosemalabsorption vor, wird davon ausgegangen, dass der GLUT-5-Transporter nur eingeschränkt funktioniert oder die Anzahl der Transportproteine zu gering ist. Dadurch kann ein Teil der über die Nahrung aufgenommenen Fructose nicht im Dünndarm aufgenommen werden, verbleibt im Darmlumen und wird in den Dickdarm weitergespült. Im Dickdarm zersetzen Bakterien den Fruchtzucker in Wasserstoff, Kohlendioxid und kurzkettige Fettsäuren. Der Verbleib von Kohlenstoff im Darm führt zu Blähungen und anderen Beschwerden und die Fettsäuren bewirkt als osmotischer Gradient das Eindringen von Flüssigkeit in den Darm und die Entstehung von wässrigen Durchfällen.

Nachweis der Intoleranz

Zur diagnostischen Unterstützung ist das Führen eines Symptomtagebuches empfehlenswert. Einen verlässlichen Nachweis ergibt jedoch der Wasserstoff Atemtest, bei dem auf nüchternen Magen eine Fruktoselösung verabreicht und im Abstand von 30 Minuten in ein Atemluft-Messgerät gepustet wird. Mittels der sich aus den Messwerten der Wasserstoffanteile ergebenden Kurve, erstellt der Arzt eine Diagnose.

Wann besteht eine Fructoseintoleranz

Ein gesunder Mensch kann täglich eine Menge von rund 50 g Fructose beschwerdefrei zu sich nehmen. Führt die Aufnahme einer Menge von weniger als 25 G Fructose zur Symptombildung, wird vom Vorliegen einer Fructoseintoleranz gesprochen.

Übliche Symptome der intestinalen Fructoseintoleranz

  • Durchfall oder weicher Stuhl (oft übelriechend)
  • Verstopfung
  • Bauchkrämpfe
  • Blähungen
  • Übelkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Schwindel
  • Reflux ( Sodbrennen)
  • Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Depressive Stimmungen
  • Kopfschmerzen (bis hin zu Migräne)
  • Typisch ist oft ein Mangel an Zink, Folsäure, Vitaminen und Mineralstoffen

Behandlung akuter Symptome

  • Wärmflasche auf den unteren Bauch legen
  • Tees aus Schafgarbe, Fenchel, Kümmel
  • Bei Sodbrennen und Übelkeit eignen sich entsprechende Medikamente oder Tees

Langfristige Therapie

Um langfristige Symptomfreiheit zu erreichen sollte nach der Diagnose eine Darmsanierung folgen. Ein völliger Verzicht auf Fruktose ist nicht ratsam und nicht gegeben, das Herausfinden der individuellen Toleranzgrenze und entsprechende Ernährungsumstellung ist ausreichend.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Darmsanierung - regelmäßiges Fasten oder Entschlacken
  • spezielle Diät und Ernährungsumstellung
  • Traubenzuckertrick - Traubenzucker erleichtert die Aufnahme von Fructose im Dünndarm und kann die Verträglichkeit fructosehaltiger Speisen verbessern
  • Xylose-Isomerase oder Glucose-Isomerase - das Enzym wandelt Fruktose im Dünndarm in Glukose um ist als Präparat erhältlich

 

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